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Perito Moreno Gletscher, Patagonien, Argentinien Mikroklima des Perito Moreno Gletschers lässt Laubbäume schon im Spätsommer die Farbe wechseln, Argentinien

Zwischen dem pazifischen Ozean und den Anden konnte sich durch seine Abgeschiedenheit von anderen biogeografischen Zonen der chilenische Bergwald entwickeln. Diese besondere Lage verhinderte die Einwanderung von Pflanzen und Tieren. Dadurch konnte sich ein endemisches (einzigartiges) Artenspektrum mit etwa 50 Baum- und 700 höheren Pflanzenarten entwickeln, welches nur in dieser Region heimisch ist.

 

Araukarienwald in den Anden, Argentinien Araukarienwald in den Anden, Argentinien
Andenhirsch, Patagonien, Chile Andenhirsch, Patagonien, Chile

In der Pflanzenwelt ist dies beispielsweise die Araukarie (chilenische Tanne), in der Tierwelt der Pudu (kleinster Hirsch der Welt) oder der Huemul (Südandenhirsch). Aufgrund des Lebensraumverlusts sowie der Konkurrenz durch ausgesetztes Rotwild und durch die Nachstellungen von Jägern und wildernden Hunden gibt es nur noch wenige hundert Exemplare des Huemul.

 

Der Valdivia-Urwald ist der zweitgrößte temperierte Regenwald (d.h. außerhalb der Tropen liegende Regenwald) der Erde. Er liegt im Süden Chiles und im Nordwesten Argentiniens. Trotz seiner Abgeschiedenheit und Einzigartigkeit konnte er nicht vor der Gier der Menschen gerettet werden. Der größte Teil des Valdivia-Urwalds wurde in der Vergangenheit durch die Holzindustrie zerstört und die Zerstörung hält noch immer an.

Gemäßtigter Regenwald im südlichen Patagonien Gemäßigter Regenwald im südlichen Patagonien

Jahrtausende alte Waldgebiete werden zur Produktion von Zellulosechips für die Papierherstellung gerodet. Die kahl geschlagenen Flächen werden mit schnell wachsenden, fremdländischen Baumarten aufgeforstet, was eine zusätzliche Belastung für das ökologische Gleichgewicht darstellt. Von der chilenischen Regierung wird diese Art der Aufforstung sogar finanziell unterstützt während eine nachhaltige Wirtschaftsweise nicht honoriert wird.

Neben der Tier- und Pflanzenwelt leiden auch die traditionell in den Urwaldgebieten lebenden Mapuche-Indianer unter der Waldzerstörung. Regelmäßig verkaufen Behörden ihr Land an Holzkonzerne, es werden Staudämme gebaut sowie Öl und Gas gefördert. Ohne ausreichende medizinische Versorgung sind die Menschen der daraus resultierenden Umweltverschmutzung ausgesetzt. Über Aufklärungsarbeit versucht Greenpeace diesem Treiben Einhalt zu gebieten.

Was kann zum Erhalt der temperierten Regenwälder allgemein getan werden?

Ein Großteil der Kahlschläge in diesen Gebieten erfolgt für die Herstellung von Zellstoff zur Papierproduktion.

Immer mehr Schriftsteller, unter ihnen der Literaturnobelpreisträger Günter Grass, unterstützen deshalb die Initiative Autor/innen für den Urwald und engagieren sich dafür, dass ihre Bücher zukünftig nur auf Recycling-Papier oder FSC-Papier* gedruckt werden.

Achten Sie beim Kauf von Papier und Papierprodukten auf die Verwendung von Recyclingpapier oder FSC-Papier und mahnen Sie die Verwendung dieser Papiere bei den Verlegern der Zeitschriften, die Sie beziehen, an. Fast alle Druckerzeugnisse lassen sich ohne qualitative Nachteile auch mit Recyclingpapier herstellen. Tips zum Bezug von Waren aus Recyclingpapier finden Sie hier.

(*)FSC: Forest Stewardship Council, derzeit einzige weltweit anerkannte Organisation für die Zertifizierung von Produkten aus nachhaltiger Forstwirtschaft (siehe Ökologische Waldnutzung).

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