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Prozessschutz in Bayern im Vergleich

Bayern als waldreichstes Bundesland hat eine der größten Verantwortung bei der Umsetzung der Nationalen Biodiversitätsstrategie bis 2020. Zwar hat Bayern flächenmäßig im Vergleich zu den anderen Bundesländern mehr Wald-Nationalparks (Wald-Kernzone der beiden Nationalparks zusammen: 22.027 ha). Aber mit 2.558.000 ha Bayerische Waldfläche sind, wenn die Nationalpark Kernzonen, die Naturwälder mit 57.902 ha und die auch streng geschützten bayerischen Naturwaldreservate (die nicht schon in die Naturwälder oder Nationalparks hineingeflossen sind) hinzugezählt werden, nur ca 3,5 % der Waldfläche streng geschützt. Um das Ziel der 5 % Waldschutz aus der Nationalen Biodiversitätsstrategie umzusetzen, würden weitere Flächen wie z.B. ein dritter Nationalpark benötigt.

In Bayern gibt es derzeit 2 Nationalparks

Der Bayerische Freistaat ist hier aufgefordert auch sein Möglichstes zu tun, um seiner nationalen und internationalen Verantwortung gerecht zu werden.

Bis zur Erfüllung der Ziele aus der Nationalen Biodiversitätstrategie fordern Greenpeace und andere Umweltverbände einen Einschlagsstopp in Laubwäldern die alter als 140 Jahre sind und sich im öffentlichen Eigentum befinden.

Greenpeace zeigt in dem Gutachten Rotbuchenwälder Handlungsräume auf in denen vordringlich Flächen notwendig sind.


Naturwaldreservate

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Derzeit gibt es in Bayern etwa 170 Naturwaldreservate mit einer Fläche von 7.377 ha, in welchen keine forstliche Nutzung mehr stattfindet (wie sonst nur in den Nationalparks "Bayerischer Wald und Berchtesgaden"). Die durchschnittliche Größe der Naturwaldreservate beträgt nur 42 ha.

Teilweise überlappen sich die Schutzgebiete, so sind 10 Naturwaldreservate mit 325 ha auch in der Kernzone des Biosphärenreservates enthalten und 1 Naturwaldreservat (Reiterallpe mit 450 ha) in der Kernzone des Nationalparks Berchtesgaden enthalten. 2020 wurden alle staatlichen NWR zudem als Naturwälder ausgewiesen. Nur 278 ha kommunale oder private NWR können somit separat gezählt werden.

Die Schutzkategorien Landschaftsschutzgebiete, FFH, Biosphärenreservate, Naturparke, Bannwald und Naturschutzgebiet bedeuten nicht, dass diese Wälder aus der Nutzung genommen worden sind. Ordnungsgemäße Forstwirtschaft ist in diesen Gebieten in den allermeisten Fällen ohne Einschränkung möglich. Deshalb sind nur die Nationalparks und die sehr kleinräumigen Naturwaldreservate für einen wirklichen Waldschutz relevant.

Die Naturwaldreservate machen in Bayern nur 0,28 % der Bayerischen Waldfläche aus. 

Bei München findet man folgende Naturwaldreservate

Naturwälder

Nach Art 12a des BayWaldG können auch Naturwälder ausgewiesen werden. 58.352 ha Naturwälder wurden 2020 ausgewiesen

Somit sind Naturwälder es 57.902 ha (ohne Überlappung da die Reiteralpe mit 450 ha auch im NLP Berchtesgaden liegt)

Folgende wichtige große Naturwälder gibt es damit:

In den Alpen (> 500 ha) 12.308 ha

 

Vergleich der Schutzgebietsarten in Bayern

in Bayern gibt es viele Schutzgebiete, die wenigsten sind ohne forstliche Nutzung. Vor allem die Kernflächen der Nationalparke mit 0,42 % der Landesfläche, die Kernzonen der Biosphärenreservate 0,25 % und Naturwaldreservate 0,1 % der Landesfläche bilden die Naturwälder Bayerns. Flora-Fauna-Habitat-Gebiete (FFH), Landschaftsschutzgebiete und Naturparke schließen die forstliche Nutzung nicht aus. Naturwälder sind seit 2019/2020 auch von der forstlichen Nutzung ausgenommen. Auch die Naturschutzgebiete sind zumeist offen für forstliche Nutzung. Die 19 Naturparks (33 % der Landesfläche) haben für den Waldschutz keine Bedeutung, da es hier um rein touristische Label geht, in denen allenfalls Umweltbildung und Renaturierungsmaßnahmen vorgenommen werden - Waldschutz im Sinne: keine forstliche Nutzung und Natur-Natur-sein-lassen, wird hier nicht umgesetzt.

Naturschutzgebiete sind auf Grund ihrer Verordnungen in Bayern nicht für Waldschutz relevant - siehe Analyse


 

Naturschutzkonzept der Bayerischen Staatforsten

Die Bayerischen Staatforsten bewirtschaften als Anstalt des öffentlichen Rechts 754.546 ha Wald der im Besitz des Freistaates Bayern ist. Dieser Wald ist nachdem eigenen Naturschutzkonzept der BaySF klassifiziert. 

Klassifizierung der Wälder nach BaySF:

 Klasse 1

 Klasse 2

 Klasse 3

 Klasse 4

 Im Vergleich des Forstamtes Rothenbuch (Spessart) mit dem Forstamt Ebrach (Steigerwald) bzw. mit dem Gesamtwald der BaySF wird augenscheinlich:

 

Spessart Klassifierung

 

Bis zur Erfüllung der Ziele aus der Nationalen Biodiversitätstrategie fordern Greenpeace und andere Umweltverbände einen Einschlagsstopp in Laubwäldern die älter als 140 Jahre sind und sich im öffentlichen Eigentum befinden. Davon am stärksten betroffen sind die Gebiete Spessart und Steigerwald

Im Forstbetrieb Ebrach wird zudem ein modernes Trittsteinkonzept umgesetzt, um ökologisch wertvolle Arten zu erhalten. Das sind zumeist kleine/kleinste Bereiche (0,3 ha als Untergrenze) wie Baumgruppen und Waldränder die alt werden dürfen und dadurch wichtige Strukturelemente sind um seltene Käferarten einen Lebensraum anzubieten.

Umstritten an dem Naturschutzkonzept/Trittsteinkonzept ist:


Quelle: