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Was steht bereits unter Schutz?

Im Rahmen der Naturwaldausweisungen 2020 wurden im Spessart die bestehenden Naturwaldreservate und die Klasse 1 Wälder der BaySF als Naturwald geschützt. Diese 293 Kleinflächen (0,3 ha bis 121,8 ha groß) machen etwa 1.962 ha aus. Hier fehlen dringend größere Schutzgebiete wie die Verbände dieses 2017 gefordert hatten. Die 1.962 ha machen auf die rund 43.000 Hektar Staatswaldfläche im Spessart 4,6 % auf den gesamten Wald im Spessart (ca 100.000 ha) nur 2 % aus.

Die 294 Naturwälder (NW) sind alle sehr klein. Keines der Gebiete würde als Wildnisgebiet (mind. 1.000 ha) anerkannt. Das größte Naturwaldgebiet ist nur 137 ha groß.

Mit der Ausweisung 2020 wurden nach ersten Analysen nur 13 ha zu schon bestehenden Flächen ohne Nutzung (Trittsteine, Klasse-1 Wälder, Naturwaldreservate) ausgewiesen.

Hier fehlen vor allem große Flächen von mehr als 1.000 ha - das könnte z.B. auch durch Arondierung mehrerer kleiner Naturwälder umgesetzt werden. Aber auch weitere Flächen wären in diesem wertvollen Buchenwaldgesellschaft im Spessart notwendig.

Folgende wichtige Schutzgebiete - Naturwaldreservate (NWR), Naturschutzgebiete (NSG) gibt es - (sind zum großen Teil auch jetzt als Naturwald (NW) ausgewiesen):

Nur in den Naturwäldern sowie in den darin befindlichen Naturwaldreservaten (NWR) ca 300 ha wurde der Holzeinschlag komplett eingestellt. Naturschutzgebiete (NSG) können - je nach individueller Verordnung - auch genutzt werden (Auswertung bayerischer NSG auf unserer bayerischen Webseite www.naturwald-bayern.de). Teilweise wird hier aus Gründen spezielle Arten zu erhalten, sogar eingegriffen; Beispielsweise durch Offenhalten von wertvollen Wiesen, wie im NSG Hafenlohrtal. Bei FFH-Gebieten ist Nutzung grundsätzlich erlaubt, es gibt nur ein Verschlechterungsverbot auf Basis des angegebenen Schutzzieles. Ein Naturpark hat keinerlei Auswirkung auf die Holznutzung - Bei Naturparken steht Tourismus, Erholung, Kulturlandschaftsschutz und Bildung im Vordergrund - im Gegenteil zu Nationalparks wo die natürlichen Prozesse auf großer Fläche Vorrang haben.

Ein Nationalpark mit 10.000 ha im Spessart würde nur 6,3 % der Fläche des Spessarts betragen.