Presseerklärung vom 9. September 2000

Gentech-Chickenburger versperren McDonalds die Sicht Konzern am Scheideweg: Verbraucher fordern Verbraucherschutz

München, den 09.09.2000 - Greenpeace Aktivisten bekleben an diesem Wochenende Scheiben von mehreren McDonalds-Filialen in München mit riesigen Plakaten. Abgebildet sind ein überdimensionaler Chickenburger und der deutliche Hinweis: "GenManipuliert". Mit dieser Aktion fordert Greenpeace eine klare Position des Weltkonzerns gegen Genmanipulationen bei Tierfutter und Nahrungsmitteln.

Seit Wochen erlebt McDonalds einen regelrechten "Chicken Run" von Gentechnikgegnern und besorgten Verbrauchern: Greenpeace-Analysen hatten ergeben, dass die Produkte "Chicken McNuggets" und "McChicken-Burger" in Deutschland mit einem hohen Anteil an genmanipuliertem Futter hergestellt werden. Gäste von McDonalds beschweren sich inzwischen massiv über die Gentechnik-Politik des Konzerns und fordern die Verantwortlichen schriftlich dazu auf, endlich auf gentechnisch verändertes Tierfutter bei der Produktion ihrer Gerichte zu verzichten.
"McDonalds hat keine allgemein gültigen Qualitätsstandards. In anderen europäischen Ländern werden die Produkte längst ohne gentechnisch verändertes Tierfutter produziert, nur in Deutschland glaubt McDonalds, den Verbrauchern mindere Qualität andrehen zu können", sagt Klaus Müller, Gentechnik-Experte der Greenpeace Gruppe München.

Inzwischen zeichnet sich bundesweit ein Trend ab, auf den Verbrauch gentechnisch manipulierten Tierfutters mehr und mehr zu verzichten - die größten deutschen Produzenten von Hähnchenfleisch legen mittlerweile großen Wert darauf, ihre Tiere ohne gentechnisch veränderte Futtermittel und ohne Tiermehl zu mästen. "McDonalds zieht scheinbar unkontrollierte Billigware aus dem Ausland vor und kann deshalb keine Garantien geben. Dies ist im Hinblick auf den Verbraucherschutz nicht akzeptabel," sagt Klaus Müller.
Seit Mitte Juli demonstrieren Greenpeace-Aktivisten bundesweit vor McDonalds-Filialen gegen den Einsatz von Gentechnik im Essen. Jugendliche aus ganz Deutschland sind zehn Tage lang unter dem Motto "Nix-Gen-Mix bei McDonalds" durch Deutschland getourt, um der Fast-Food-Kette zu zeigen, dass auch ihr Hauptklientel keine Gentechnik auf ihrem Teller haben will. Greenpeace fordert ein sofortiges Umdenken und eine Garantie, zukünftig auch in Deutschland auf genmanipulierte Tierfutter und Produkte zu verzichten.