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Arktis

 
Das Gebiet zwischen Polarkreis und Nordpol ist trotz extremer Umweltbedingungen ein Naturparadies mit einer einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt. Über Jahrtausende weiträumig von Eis bedeckt, gleicht der arktische Ozean einem natürlichen Meeresschutzgebiet von beachtlicher Größe (15 Millionen km² - das entspricht 45x der Fläche von Deutschland). Am Anfang der kurzen Nahrungskette stehen Meer- und Eisalgen, die von Zooplankton und Krill gefressen werden - es folgen Fische (Kabeljau, Hering) und Bartenwale. Von den Fischen wiederum ernähren sich Robben, die primären Beutetiere der Eisbären.
 

Ein Walross, eine Robbenart, die nur in den kalten arktischen Meeren vorkommt, in der Beringsee

 

Die globale Klimaerwärmung trifft die Arktis jedoch doppelt. Zum einen macht sich die Temperaturerhöhung hier besonders stark bemerkbar und bringt das sensible Ökosystem aus dem Gleichgewicht, zum anderen ist jetzt zunehmend der Weg frei für die Plünderung dieser letzten unberührten Regionen. Denn vermutete Öl- und Gasvorkommen, sowie die (noch) reichen Fischgründe wecken insbesondere bei den Anrainerstaaten Begehrlichkeiten. Es zeichnet sich ein Verteilungswettstreit ab, bei dem auch die großen Ölkonzerne wie Gazprom ihren Teil ergattern wollen. Angesichts der stetigen Verknappung des „schwarzen Golds“ wird die Förderung unter den Extrembedingungen der Arktis rentabel, einer Region, die nur für einige Monate im Jahr zugänglich ist. Unter diesen Bedingungen (Treibeis, orkanartige Stürme, abgelegene Lage und lange Perioden völliger Dunkelheit) sind Unfälle vorprogrammiert und verheerend. Es ist keine technische Methode bekannt, mit der man ausgelaufenes Öl hier auffangen könnte. Hinzu kommt, dass es bei der Kälte biologisch nur sehr langsam abgebaut wird.

Langfristig fordert Greenpeace ein Schutzgebiet in der "Hohen Arktis" rund um den Nordpol sowie ein Verbot für Ölbohrungen in arktischen Gewässern.

 

In den neuen arktischen Fördergebieten werden bis zu 90 Milliarden Barrel Öl vermutet, doch das reicht gerade einmal aus, um den weltweiten Erdölbedarf für 3 Jahre zu decken.