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Infostand in der Kaufinger Strasse in München

Hilfe! Rettet die letzten Urwälder der Erde

Am Freitag, dem 1. März von 10:30 - 15:30 Uhr, informierte die Greenpeace-Gruppe München am Richard-Strauss-Brunnen in der Fussgängerzone (Kaufinger Str.) in München über die Bedrohungen und den Schutz der letzten Urwälder unserer Erde. Dort konnten die Münchner in einer Ausstellung und einer Multimedia-Präsentation Eindrücke aus dem Urwald, aber auch von dessen Zerstörung erhalten, eine 1200 Jahre alte Urwaldbaumscheibe bewundern und die im Urwald lebenden Tiere anhand von einem ca. 4m großen Bären und Tierkostümen kennenlernen. Es wurden viele Unterschriften gegen weitere Urwaldvernichtung gesammelt und über die uns alle betreffende Problematik und die Handlungsmöglichkeiten informiert werden. Ab 16 Uhr fand dann ein Demonstrationszug vom Sendlinger Tor zur Theresienhöhe vor ein Möbelhaus statt.

"Wer Urwaldholz kauft, zerstört nicht nur die letzten Urwälder, sondern auch den Lebensraum der Urwaldtiere. Ohne Urwald keine Waldelefanten, Orang-Utans und Bären", sagt Christian Leithaeuser von der Greenpeace-Gruppe München. Passanten können eine Postkarte an Bundeskanzler Gerhard Schröder unterschreiben - mit der Aufforderung, bei öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen generell auf Urwaldholz zu verzichten und sich auf den nächsten internationalen Konferenzen für den Urwaldschutz stark zu machen.

Demonstration auf der Theresienhöhe in München Weltweit sind die "Fantastischen Sieben", die letzten sieben noch existierenden großen Urwaldregionen, akut vor Abholzung bedroht. Ob in Südostasien, in Afrika, am Amazonas, in Chile, in Kanada, im europäischen Teil Russlands oder in Sibirien: Weltweit sind die letzten großen Urwälder extrem gefährdet: Beispiel Orang-Utan: in den letzten zehn Jahren halbierte sich die Anzahl dieser Menschenaffen auf nur noch 20.000. Wenn die Urwaldvernichtung weiter so voranschreitet, ist der Orang-Utan in etwa zehn Jahren ausgestorben. Auch Deutschland trägt dafür Mitverantwortung: Jährlich wird Holz im Wert von zwei Milliarden Mark aus Urwäldern - gerade auch aus den "Fantastischen Sieben" - importiert.

Es bestehen jedoch Möglichkeiten, auf Holz zurückzugreifen, das nicht aus Urwaldvernichtung stammt; Naturland- und FSC-zertifiziertes Holz, das nach ökologischen und sozialen Kriterien bewirtschaftet wurde. Wenn die Verarbeiter von Holz sicher stellen wollen, dass das von ihnen gekaufte oder verwendete Holz nicht aus zerstörerischer Forstwirtschaft (wie z.B. Raubbau in den letzten Urwäldern) stammt, sollten sie Holzprodukte mit dem entsprechenden Logo (Naturland oder FSC) kaufen.

Um die letzten wunderschönen Urwälder und ihre Vielfalt an Tieren und Pflanzen zu erhalten, ist jedoch die Hilfe der Politik notwendig: Die Regierungen der Welt müssen endlich effektive Maßnahmen zum Schutz der letzten Urwälder in die Wege leiten. Konkret muss die Motorsäge in den "Fantastischen Sieben" erst einmal angehalten werden. Es müssen Schutzzonen der letzten Urwaldgebiete geschaffen und die übrigen Gebiete ökologisch bewirtschaftet werden.

Auf dem Urwaldgipfel des Übereinkommens für biologische Vielfalt ( COP6 - CBD ) vom 8. - 19. April 2002 in Den Haag soll ein zehnjähriger Aktionsplan für die Urwälder erarbeitet werden. Die Ergebnisse dieses Treffens werden über das Schicksal der verbliebenen Urwälder und über das Überleben tausender Tiere und Pflanzen entscheiden.

Weitere Informationen finden Sie unter www.greenpeace.de.