SCHUTZLOSER STEIGERWALD: DAS FÄLLENN DER STARKBÄUME GEHT WEITER
VERBÄNDE FORDERN NUTZUNGSFREIES SCHUTZGEBIET

Der BUND Naturschutz in Bayern, der Landesbund für Vogelschutz,  Greenpeace Bayern, die Gregor Louisoder-Stiftung und der Verein Nationalpark Steigerwald kritisieren zusammen mit dem WWF Deutschland die aktuell begonnenen Holzeinschläge im Hohen Buchenen Wald massiv. Nachdem die Staatsregierung den von Verbänden und der Bevölkerungsmehrheit im Steigerwald geforderten Schutz für den Hohen Buchenen Wald versagt hat, wurden dort entgegen der Zusagen der BaySF-Spitze zahlreiche dicke Bäume gefällt. „Jetzt einfach mit dem Abholzen der dicken Bäume weiterzumachen, halten wir für einen Skandal“, kritisieren die Verbände. Sie halten an ihrer Grundsatzforderung fest im Steigerwald einen Nationalpark einzurichten. Da dies die aktuelle Staatsregierung in dieser Periode nicht umsetzen will, fordern die Verbände mindestens den Hohen Buchenen Wald als nutzungsfreies Schutzgebiet zu schützen.

Die Verbände stellen dabei klar, dass sie zur Holznutzung stehen, dass aber nicht genutzte Naturwälder ein integraler Bestandteil eines nachhaltigen Waldnutzungssystems sind und deshalb auch geschützt werden müssen.

„Wir fordern, dass die Zusage des Vorstandsvorsitzenden der Bayerischen Staatsforsten Martin Neumeyer an den BN eingehalten werden, dass im Hohen Buchenen Wald in diesem Winter keine dicken Bäume gefällt werden“, so Hubert Weiger, Ehrenvorsitzender des BUND Naturschutz. „Die Einschläge müssen umgehend eingestellt werden.“

„Unsere vielen Mitglieder vor Ort sind entsetzt, dass nun bereits zahlreiche dicke Bäume der Säge zum Opfer gefallen sind“, so Liebhard Löffler, 1. Vorsitzender Verein Nationalpark Steigerwald. „Der Schutz der dicken Bäume und des Hohen Buchenen Waldes wäre zum Vorteil für Mensch und Natur.“

„Wir fordern Forstministerin Michaela Kaniber als Aufsichtsratsvorsitzende der Bayerischen Staatsforsten auf, hier einzuschreiten und die BaySF anzuweisen, im Steigerwald als Minimalkompromiss den Hohen Buchenen Wald zu schützen“, so Volker Oppermann, Greenpeace Bayern.

„Bayern hat eine besondere Verantwortung für den Schutz der Buchenwälder. Wir fordern die Staatsregierung daher auf ein großflächiges nutzungsfreies Schutzgebiet einzurichten, mit dem Bayern sich für ein Weltnaturerbe Buchenwälder bewerben kann“,  so Helmut Beran, stellvertretender Geschäftsführer des Landesbundes für Vogelschutz.

„Das Ziel aus dem Koalitionsvertrag der Bayerischen Staatsregierung 10  % des Staatswaldes als nutzungsfreien Naturwald zu schützen, muss naturschutzfachlich fundiert umgesetzt werden“, fordert Claus Obermeier, Vorstand der Gregor Louisoder Umweltstiftung. „Der Hohe Buchene Wald muss als Tafelsilber der Bayerischen Natur dabei berücksichtigt und unbedingt geschützt werden.“

„Mit jedem Einschlag wird die vor 4 Jahren begonnene natürliche Waldentwicklung wieder unterbrochen“, kritisiert Hermann Bösche, Vorsitzender Naturforschende Gesellschaft Bamberg. „Damit wird ein Naturwald verhindert, der für den Schutz der Wald-Biodiversität  unersetzlich ist.“

Weitere Informationen dazu auch beim BR24>>

 

Protestbriefe bitte an:

Forstministerium:

  • Staatsministerin Michaela Kaniber, Ludwigstr. 2, 80539 München, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

BaySF:

 

  • Reinhardt Neft, Vorstand, Bayerische Staatsforsten AöR, Tillystr. 2, 93053 Regensburg, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
  • Martin Neumeyer, Vorsitzender des Vorstandes, Bayerische Staatsforsten AöR, Tillystr. 2, 93053 Regensburg, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

NATURSCHUTZGEBIETE FÜR WALDSCHUTZ?

Greenpeace Bayern veröffentlicht eine Analyse zu bayerischen Naturschutzgebietsverordnungen. Während viele Aktivitäten in Naturschutzgebieten verboten sind, wird bei den Ausnahmeregelungen in Naturschutzgebieten fast immer eine erlaubte ordnungsgemäße Forstwirtschaft in diesen Schutzgebietsverordnungen aufgeführt.

Wenn wir wirklich mehr Waldschutz in Bayern erreichen wollen, sollte auch keine normale Forstwirtschaft in Naturschutzgebieten zugelassen werden. Außer es handelt sich hier wirklich um eine echte naturschutzfördernde Maßnahme – eine reine Forstwirtschaft mit integrativem Naturschutz hat in Naturschutzgebieten nichts zu suchen. Wir haben alle knapp 600 bayerischen Naturschutzgebiete auf ihren echten Prozessschutz hin untersucht – außer überlagernde Flächen, die sowieso schon als Naturwaldreservat oder Biosphärenreservat geschützt sind – bleiben von 165.000 ha Naturschutzgebieten nur 592 ha echt geschützter Wald übrig. Das ist ein extrem mageres Ergebnis für Bayern – welches sowieso sehr wenig Wald geschützt hat (1,24 %).

Über 90 % der NSG-Fläche mit ordnungsgemäßer Forst- oder Landwirtschaft laut Verordnung

Auf der anderen Seite bietet sich auch die Chance auf vorhandenen Naturschutzgebietsflächen durch einfache Änderung der NSG-Verordnung schnell echte Waldschutz- und Wildnisgebiete zu schaffen. Würden z.B. die Ausnahmeregelungen zur ordnungsgemäßen Land- und Forstwirtschaft bei 18 der größten Naturschutzgebiete gestrichen, würden bis zu 110.000 ha neue Naturwälder- bzw. Wildnisentwicklunggebiete entstehen können.

 

18 NSG entsprechen 2/3 der NSG-Fläche – mehr als 70 % NSG’s sind kleiner als 100 ha

Hier die vollständige Analyse der bayerischen Naturschutzgebiete (1,1 MB): Greenpeace-Bay-NSG

 

BAYSF WALDSCHUTZ IM FAKTENCHECK

Von der BaySF (Bayrischen Staatsforsten) wird suggeriert das 10,4 % der Wälder einer natürlichen Waldentwicklung überlassen werden und damit das Ziel, 10 % der öffentlichen Wälder zu schützen, schon erfüllt sei. Der Faktencheck zeigt: Tatsächlich sind aber nur 2,81 % der öffentlichen Waldfläche geschützt. Wenn man die privatwirtschaftliche Selbstverpflichtung der Klasse 1 Wälder hinzunimmt, wären grade mal 3,90 % der öffentlichen Wälder aus der Nutzung genommen – weit von den geforderten 10 % entfernt.

Die verglichenen 10,4 % der BaySF bezogen sich nur auf die Landeswälder – daneben gibt es auch 375.000 ha öffentlichen Wald bei den Kommunen und vom Bund. Aber auch nur auf die Landeswälder bezogen, kommen wir auf 30.972 (3,98 %) geschützen Wald, zuzüglich der Klasse 1 Wälder, die die BaySF ausgewiesen hat, auf gerade mal 5,6% (die Hälfte der BaySF-Angabe).

Die anderen aufgeführten Flächen sind aus den Flächendefinitionen der einzelnen Forstbetriebe bislang nicht nachvollziehbar bzw bislang noch nicht abgegrenzt und veröffentlicht. Auch die Anfrage auf die fehlenden Flächen brachte kein Ergebnis (Landtagsanfrage Drucksache 17/23591 ) sondern wies nur darauf hin, das die fehlenden Flächen sich erst im Ausweisungsprozess befinden würden. – Also reine Planzahlen und Versprechen – Auf der Internetseite der BaySF hört sich das aber anders an.

Mehr zum BaySF Waldschutz Faktencheck hier>>

STEIGERWALD JETZT SCHÜTZEN!

Acht Naturschutzverbände und Bürgerinitiativen luden zur Kundgebung vor der Staatskanzlei – Steigerwald jetzt schützen – Forderungen an die neue Staatsregierung

München, 27.9.2018. Acht Naturschutzverbände und Bürgerinitiativen aus dem Steigerwald, Bayern und Deutschland luden zu einer Kundgebung vor der Bayerischen Staatskanzlei ein. Es riefen auf: BUND Naturschutz in Bayern e.V., Greenpeace, Gregor Louisoder Umweltstiftung, Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V., Naturfreunde Deutschlands, Verein Nationalpark Nordsteigerwald, WWF Deutschland, Zoologische Gesellschaft Frankfurt.

Dr. Liebhard Löffler (Verein Nationalpark Nordsteigerwald e.V.) stellte seine Rede unter das Motto: „Die alten Wälder des Steigerwaldes schützen und dabei Natur und Menschen (gleichzeitig) nützen“.

Claus Obermeier (Gregor Louisoder Umweltstiftung, GLUS-Vertreter Netzwerk Wildnis in Deutschland): „Bayern war einst Vorreiter bei der Ausweisung von Nationalparken. Jetzt ist es Zeit, wieder aktiv Naturschutz voranzutreiben und sich nicht von Bedenkenträgern und blockierenden Lobbyisten die Agenda zum Umgang mit dem Tafelsilber Bayerischer Natur bestimmen zu lassen. Natur und Menschen in Bayern haben ein Recht darauf. Wir fordern Nationalparke auf Staatsgrund – keiner wird in seinem Privateigentum betroffen“.

Volker Oppermann (Greenpeace): „Bayern hat eine besondere Verantwortung für die Rotbuchenwälder. Ein Nationalpark Steigerwald bietet sehr gute ökologische und eigentumsrechtliche Voraussetzungen für die Ausweisung eines Nationalparkes“.

Dr. Norbert Schäffer (Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.): „Die Ausweisung eines großen, nutzungsfreien Schutzgebietes im Steigerwald ist und bleibt ein Herzenswunsch des LBV. Ein solches Schutzgebiet wäre ein angemessenes Geschenk des Freistaats anlässlich seines 100-jährigen Bestehens an die Bevölkerung. Viele Arten, die auf dynamische Prozesse und ungestörte Lebensräume angewiesen sind, findet man vor allem in Großschutzgebieten, in denen sich die Natur nach ihren eigenen Gesetzen entfalten kann. Es steht in unserer Verantwortung, diese Wälder als Schatztruhen der Artenvielfalt und als Naturerbe für künftige Generationen zu erhalten.“

Hans Kornprobst (BUND Naturschutz e.V.). „Über 60 Prozent der Menschen in Bayern wünschen sich einen dritten Nationalpark. Wir fordern die bayerische Staatsregierung auf, dem Wunsch der Bürgerinnen und Bürger endlich zu entsprechen. Obwohl der Steigerwald das am besten geeignete Gebiet für einen Nationalpark wäre, hat ihn die Staatsregierung vom letzten Suchprozess zum dritten Nationalpark ausgeschlossen. Die neue Staatsregierung muss deshalb dem Steigerwald eine faire Chance geben.“

Christine Eben (Naturfreunde): „Allmählich setzt sich die Erkenntnis durch, dass der einheimischen Bevölkerung ein Schützen der Bäume mehr Perspektive bietet als ihre wirtschaftliche Nutzung. Da der Steigerwald das am besten geeignete Nationalparkgebiet Bayerns ist, lassen wir nicht locker. Wir haben einen langen Atem“.

Künstler aus dem Steigerwald machten mit Kunstobjekten auf die Forderungen der Allianz aufmerksam.

  • Die Allianz fordert von der künftigen Staatsregierung:
    Sofortige Sicherstellung des Hohen Buchenen Waldes (100% Staatswald) als nutzungsfreies Naturschutzgebiet gemäß Bayerischem Naturschutzgesetz
  • Einleitung eines Verfahrens zur Ausweisung des Nationalparkes „Steigerwald“

Unmittelbar vor der Kundgebung übergab der Verein Nationalpark Nordsteigerwald eine Massenpetition von Bürgern aus dem Steigerwald zum Thema an Staatsminister Dr. Huber 

Zum Video zur Kundgebung >>

KUNDGEBUNG FÜR DEN STEIGERWALD - 27.09. IN MÜNCHEN

Steigerwald - Das Tafelsilber Bayerischer Natur jetzt schützen

Für einen Nationalpark Steigerwald findet eine Kundgebung vor der Staatskanzlei in München statt.

Donnerstag 27. September um 14 Uhr.

Es sprechen:

  • MARTIN GEILHUFE (BUND Naturschutz in Bayern e.V.)
  • DR. LIEBHARD LÖFFLER (Verein Nationalpark Nordsteigerwald e.V.)
  • CLAUS OBERMEIER (Gregor Louisoder Umweltstiftung, Netzwerk Wildnis in Deutschland)
  • VOLKER OPPERMANN (Greenpeace Bayern)
  • DR. NORBERT SCHÄFFER (Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.)

Unsere Forderungen:

  • Sofortige Sicherstellung des Hohen Buchenen Waldes (100% Staatswald) als nutzungsfreies Naturschutzgebiet gemäß Bayerischem Naturschutzgesetz
  • Einleitung eines Verfahrens zur Ausweisung eines Nationalparkes „Steigerwald“

Unterstützt werden diese Forderungen von:

  • Greenpeace Bayern
  • Verein Nationalpark Steigerwald e.V
  • Bund Naturschutz in Bayern e.V.
  • WWF
  • Landesbund für Vogelschutz e.V.
  • Zoologische Gesellschaft Frankfurt
  • NaturFreunde Deutschland - Landesverband Bayern e.V.
  • Gregor Louisoder Umweltstiftung

Weitere Info: Flyer zur Kundgebung 27. September

Waldspaziergang Grünwald

Greenpeace lädt ein zum Waldspaziergang durch die Grünwalder Leitenwälder.

Lernen Sie auf einem etwa dreistündigen Rundgang die Besonderheiten der Hangleitenwälder an der oberen Isar bei Grünwald kennen. In den Abschnitten, in denen sich die Isar über die Jahrtausende tief in die Schotterböden eingegraben hat, gibt es an den Hängen ganz besondere Wälder.

Die hohe Standortvielfalt hat dort ein Mosaik aus verschiedensten Beständen geschaffen. Das Spektrum reicht vom trockenen Wäldern mit Kiefern an flachgründigen Stellen - etwa um Nagelfluhfelsen - über Buchenbestände bis hin zu feuchten Schlichtwäldern am teils von Quellwasser durchsickerten Unterhang.

Am Sonntag, 8. Oktober 2017 um 14 Uhr
Treffpunkt Trambahn Endhaltestelle (Linie 15/25) am Derbolfinger Platz in Grünwald

Gemeinsam für einen 3. Nationalpark in Bayern

München, 23. Juni 2017 - Greenpeace-Aktivisten informieren Münchner über Chancen eines 3. Nationalparks in Bayern 

 

© K. Mesch; Zahlreiche Fußgänger interessierten sich für das Thema und unterstützen spontan die Einrichtung eines Nationalparks im Spessart.

 

Am 20. Juli fällt im Bayerischen Landtag die Entscheidung, welcher Suchraum künftig zum Nationalpark werden soll. 

Als mögliches Gebiet für einen Nationalpark steht u.a. der Spessart zur Diskussion. Der Norden des bayerischen Spessarts zählt mit seinen über 400-jährigen Eichen und weit über 180-jährigen Buchen zu den ältesten und schönsten Wäldern Mitteleuropas. In den alten Laubwäldern des Spessarts fühlen sich auch seltene Tier- und Pflanzenarten wohl, die in den jungen Wäldern mit geringer Totholzdichte nicht überleben. Auch Wissenschaftler identifizieren den Spessarts als einen besonderen Hotspot der Artenvielfalt. Fast 400 verschiedene Käferarten wurden hier nachgewiesen, darunter vom Aussterben bedrohte Arten wie der Eremit. Der Spessart würde sich bestens für die Einrichtung eines Nationalparks eignen.

Weitere Informationen siehe auch www.nationalpark-im-spessart.de 

Das Ergebnis einer repräsentativen Emnid-Umfrage im März 2017 bezeugt: Eine deutliche Mehrheit von 64 Prozent der Bewohner in der Region Bayerischer Spessart und Unterfranken befürworten die Einrichtung eines Nationalparks. 

 

 

Greenpeace: Aufwind für Nationalpark im Spessart

Mehrheit der Spessarter wünscht sich einen Nationalpark



Lohr, 24. 4. 2017 – Anlässlich des morgigen „Tag des Baumes“ und als Zeichen der Zustimmung zu einem Nationalpark, fliegt heute ein Greenpeace Paraglider über den Spessart. „Aufwind für den Nationalpark“ ist über den Baumkronen des potentiellen Nationalpark-Waldstücks auf einem Banner zu lesen. Noch in diesem Sommer will die bayerische Regierung entscheiden, ob sich der Spessart bald neben dem Bayerischen Wald und dem Berchtesgadener Land als bayerische Nationalpark-Region einreiht. „Ein Nationalpark ist ein Geschenk für die Spessarter, das die Mehrheit auch gerne annehmen möchte. Das zeigt unter anderem eine Emnid-Umfrage, bei der sich im März fast zwei Drittel für einen Nationalpark im Spessart ausgesprochen haben“, sagt Sandra Hieke, Greenpeace-Waldexpertin. „Die Menschen im Spessart haben jetzt die einmalige Möglichkeit, die Zukunft ihres Waldes mitzugestalten und einen lebendigen Nationalpark für ihre Kinder, Enkel und alle nachfolgenden Generationen entstehen zu lassen.“
Die Luftaufnahmen des Greenpeace Paragliders zeigen die einzigartigen  zusammenhängenden  Laubwälder des Spessarts, die einer Vielzahl an Tier- und Pflanzenarten Lebensraum bieten. Dazu zählen auch seltene und bedrohte Arten wie der Schwarzstorch und die Wildkatze. „Die Wälder im Spessart sind etwas ganz Besonderes, denn alte Laubwälder sind in Deutschland äußerst selten geworden. Ein Nationalpark kann dieses seltene Naturjuwel bewahren und für Menschen aus aller Welt erlebbar machen“, so Hieke.

Ja zum Nationalpark Spessart

Die Mehrheit der regionalen Bevölkerung steht einem Nationalpark positiv gegenüber. Sie sieht darin sowohl die Möglichkeit die Vielfalt und Einzigartigkeit ihrer Wälder zu erhalten, als auch die Chancen sich als Tourismusregion zu etablieren. Das zeigt etwa eine repräsentative Kantar Emnid-Umfrage aus dem März dieses Jahres: 71 Prozent der Befragten aus der Region Bayerischer Spessart und Unterfranken erwarten positive Auswirkungen auf die Tourismusbranche, da der Spessart als Urlaubs- und Ausflugsziel attraktiver würde. 78 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass der Erhalt alter Wälder und wichtiger Lebensräume durch einen Nationalpark gesichert würde. Insgesamt befürworten 64 Prozent einen Nationalpark im Spessart.

„Wir möchten schützen, was wir lieben“, sagt Michael Kunkel, Mitbegründer der Bürgerbewegung Freunde des Spessarts. „Ein Nationalpark kann unsere Region noch wertvoller machen. Überall auf der Welt bezahlen Menschen Geld für Tier- und Wildnisparks – wir bekommen die seltene Chance ein ganz besonderes Stück Natur vor unserer Haustüre zu bewahren und über Generationen hinweg kostenlos zu erleben.“ Greenpeace Ehrenamtliche aus ganz Bayern begleiten die Freunde des Spessarts bei den laufenden Informationsveranstaltungen. Die nächste wird am Samstag, 29. April 2017 ab 10 Uhr in Aschaffenburg stattfinden.  

 

Ein 3. Nationalpark für Bayern - Das Beste für Mensch und Natur

München, 8. April 2017 - Greenpeace-Aktivisten starten Infokampagne für einen 3. Nationalpark in Bayern in der Münchner Innenstadt 

 

Um das Ziel der Nationalen Biodiversitätsstrategie umzusetzen, müssen in Bayern dringend weitere Gebiete mit natürlicher Waldentwicklung eingerichtet werden.

Bayern hat als waldreichstes Bundesland eine große Verantwortung bei der Umsetzung der Nationalen Biodiversitätsstrategie. Diese sieht vor bis 2020 zehn Prozent der öffentlichen Waldfläche aus der forstlichen Nutzung zu nehmen und einer natürlichen Entwicklung zu überlassen. Bisher sind erst etwa 2,7 Prozent der öffentlichen Waldfläche Bayerns streng geschützt.

Nationalparks sollen ein Ort der Begegnung von Mensch und Natur sein. Deshalb sollen Verbote die Ausnahme sein. Das Betreten der Waldfläche außerhalb der Waldwege in den Naturzonen sollte möglichst nicht eingeschränkt werden. Das Sammeln von Beeren und Pilzen sollte zumindest in den Managementbereichen für den privaten Bedarf erlaubt sein. – Alle diese Themen müssen mit den Menschen vor Ort gemeinsam angegangen werden.

Welche Gebiete stehen derzeit als mögliche Nationalparks zur Diskussion?
Fachlich geeignet sind der Steigerwald und Spessart. Der Steigerwald hat eine breitere Baumartenpalette zu bieten, der Spessart die größere Flächen in staatlichem Eigentum. Im Steigerwald hat sich in der Bevölkerung bereits eine ernst zu nehmende unterstützende Stimmung für einen Nationalpark gebildet. Im Spessart hat diese Diskussion erst begonnen. Der Steigerwald wurde allerdings von der Staatsregierung in der ersten Phase nicht in die Nationalparksuche aufgenommen.

Die anderen diskutierten Gebiete (Rhön, Kehlheim und Donauauen) erreichen nicht die notwendige Mindestgröße von 10.000 ha in einer annähernd kompakten Flächenform. Aus Buchenwald-Suchraster herausfallend, aber die sonstigen Anforderungen erfüllend, ist noch das Ammergebirge eine Option. Im Hinblick auf die bestehenden Nationalparks in Bayern sind Buchenwald geprägte Naturräume für eine dritte Nationalparkgründung am besten Naturschutzfachlich geeignet. (Karl Friedrich Sinner, Europarc Deutschland bei Landtagsanhörung 16.3.2017).

Weitere Informationen fnden Sie hier

Welche Forderungen stellt Greenpeace?

  • Einen  transparenten  und  unabhängig  moderierten  Dialogprozess mit der Bevölkerung aktiv voranzutreiben,
  • Sachliche  Informationen  rund  um  das  Thema  Nationalpark bereitzustellen,
  • Gemeinsam  mit  der  Bevölkerung  und  deren  Vertretern  Konzepte  für  mögliche  Interessenskonflikte  zu  erarbeiten und vorstellen (z.B zum Thema Holzrechte).

ABSOLUTE MEHRHEIT FÜR NATIONALPARK SPESSART

Aktuelle Umfrage zeigt 64 Prozent Zustimmung für einen Nationalpark in der Region Spessart / Umweltverbände: Landesregierung muss endlich eigenen Kabinettsbeschluss umsetzen

Eine deutliche Mehrheit von 64 Prozent der Bewohner in der Region Bayerischer Spessart und Unterfranken befürworten die Einrichtung eines Nationalparks. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Emnid-Umfrage, die der BUND Naturschutz in Bayern (BN), Greenpeace, der LBV (Landesbund für Vogelschutz) und der WWF Deutschland am Dienstag in München vorgestellt haben.

Demnach sind 29 Prozent der Meinung, dass die Einrichtung eines Nationalparks in der Region „sehr gut“ wäre. 35 Prozent halten dies für „eher gut“. 29 Prozent halten einen Nationalpark für „eher schlecht“ (17 Prozent) oder „sehr schlecht“ (12 Prozent). Sechs Prozent der Befragten machten keine Angabe. Die Umfrage zeigt außerdem, dass eine umfassende und sachliche Informationspolitik eine noch breitere Zustimmung ergeben würde: So antworteten fast drei Viertel der Befragten, die dem Nationalpark ablehnend gegenüberstehen, dass sie eher zustimmen würden, wenn Zugang und Nutzung des Waldes für die Bevölkerung nicht eingeschränkt werden. Das Bayerische Umweltministerium hat hinsichtlich des Zugangs bereits klare Zugeständnisse gemacht. Spitzenvertreter der vier Umweltverbände appellierten daher an die Landesregierung, sich durch populistische Stimmungsmache seitens der Nationalpark-Gegner nicht beirren zu lassen. Der entsprechende Kabinettsbeschluss Pro-Nationalpark müsse nun endlich umgesetzt werden.

Der Spessart gilt als größtes zusammenhängendes Mischlaubwaldgebiet Deutschlands. Nach Ansicht der Verbände hat zudem der Steigerwald Nationalpark-Potential. Auch hier sprach sich bei einer Umfrage im November 2016 eine deutliche Mehrheit dafür aus. „Wir freuen uns, dass es sowohl im Steigerwald wie nun auch im Spessart doppelt so viele Menschen gibt, die einen Nationalpark begrüßen, als diejenigen, die ihm noch kritisch gegenüberstehen. Bayern hat neben dem Steigerwald das landschaftliche Potential für mehrere Nationalparke: zu Recht sind Spessart, Ammergebirge, Rhön und die Donau- und Isarauen in der öffentlichen Diskussion!“, betont der BN-Vorsitzende Hubert Weiger.

„Die Mehrheit der Menschen im Spessart sehen die Chance für ihre Region und die Natur – sie geben dem Nationalpark grünes Licht. Dies sollte mehr als genug Ansporn für Ministerpräsident Horst Seehofer und seine Regierung sein, der derzeitigen Desinformationskampagne eine Informationskampagne entgegenzusetzen“, sagt Martin Kaiser, Geschäftsführer von Greenpeace Deutschland.


Die detaillierten Umfrageergebnisse finden Sie hier zum Download:
Pressemitteilung "Absolute Mehrheit für Nationalpark Spessart" (PDF)
Aktuelle Umfrage zum Standort Spessart: http://gpurl.de/UmfrageNPSpessart
Umfrage zum Standort Steigerwald: https://tinyurl.com/grrlcmz 
Chance auf einen Nationalpark im Spessart: https://www.greenpeace.de/themen/waelder/schluss-mit-der-maerchenstunde