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Presseerklärung vom 1. September 2012

Greenpeace-Aktivisten protestieren

bundesweit an Shell-Tankstellen

Auch Greenpeace München fordert Stopp von Ölbohrungen in der Arktis

 

München, 1.9.2012 – Greenpeace-Aktivisten protestieren heute in München erneut gegen die Pläne von Shell, in diesem Sommer in der Arktis nach Öl zu bohren. Umweltschützer verteilen vor der Tankstelle in der Moosacher Straße Informationsmaterial und bekleben die Zapfsäulen mit „Kein Öl aus der Arktis“-Stickern. Die Aktion in München ist Teil eines bundesweiten Protesttages gegen den Ölkonzern. Es ist das dritte Mal in diesem Jahr, dass Ehrenamtliche der unabhängigen Umweltschutzorganisation bundesweit gegen Shell protestieren. „Shell setzt mit seinen Plänen das Überleben der Arktis aufs Spiel. Ein Ölunfall wie bei der ‚Deepwater Horizon’ würde das einmalige und sehr empfindliche Ökosystem der Arktis zerstören“, sagt Guddat, Sprecher von Greenpeace-München „Die Arktis muss für die Ölindustrie gesperrt werden.“

 

Das Ökosystem der Arktis ist einzigartig und reagiert sehr empfindlich auf Ölunfälle. Experten warnen, dass es bisher keine Methode gibt, einen großen Ölunfall in den arktischen Regionen zu beherrschen. Niedrige Temperaturen, Eis und lange Dunkelperioden verlangsamen dort den natürlichen Abbauprozess des Öls deutlich, das Öl verbleibt damit lange Zeit im Ökosystem. So sind die Folgen des Tankerunglücks der „Exxon Valdez“ vor der Küste von Alaska vor rund 23 Jahren auch heute noch nachweisbar.

 

Shell bekommt Probleme nicht in den Griff

 

Die Vorbereitungen für Shells erste Ölbohrung in der Arktis sind von massiven Problemen überschattet. Der ursprüngliche Plan des Konzerns war es, Anfang Juli mit den Bohrungen zu beginnen. Doch Eisgang und fehlende Genehmigungen hatten den Start der Bohrungen immer wieder verzögert. Gestern hat das US-Innenministerium einen Teil der Bohrungen freigegeben. Shell versucht jetzt die Genehmigungen für die Bohrungen zu verlängern, ungeachtet der immer schwierigeren Wetterbedingungen. „Shell handelt unverantwortlich und setzt alles auf eine Karte“, so Guddat. Greenpeace fordert ein Verbot von Ölförderungen in der Arktis und setzt sich für ein Schutzgebiet rund um den Nordpol ein.

 

Shell schafft Präzedenzfall in der Arktis

 

Shell ist einer der ersten großen internationalen Ölkonzerne, die die Ausbeutung der Arktis in seinen Fokus stellt. Insgesamt werden etwa 90 Milliarden Barrel Öl (1 Barrel=159 Liter Öl) in der gesamten Arktis vermutet. Diese Menge reicht aus, um den derzeitigen weltweiten Ölverbrauch für etwa 3 Jahre zu decken. Allein vor der Küste Alaskas vermuten Experten ca. 20 Milliarden Barrel Öl.