Presseerklärung vom 13. Dezember 2000

"Wütende Großmütter" und Greenpeace für Kanadas Wälder in München

MD Papier mit verantwortlich für Urwaldzerstörung

München-Dachau, 13.12.2000 - Deutsche Papierhersteller sind mit verantwortlich für die Zerstörung der letzten Urwälder Kanadas. Deshalb protestieren heute die "Raging Grannies" (wütende Großmütter) aus Kanada und Greenpeace auf dem Widerstandsplatz gegen die Firma MD Papier. Zur Zeit verbüßt eine der "Raging Grannies", die 72-jährige Urgroßmutter Betty Krawczyk, wegen ihres Protestes gegen die Kahlschläge kanadischer Holzkonzerne eine einjährige Haftstrafe. Auch um diese außergewöhnliche Härte gegen eine gewaltfreie Umweltschützerin anzuprangern, reisen die alten Damen durch Deutschland.

"Kahlschlag-Firmen wie Interfor gehören eingesperrt, weil sie die Urwälder Kanadas aus Habgier vernichten. Während die Umweltschützerin Betty Krawczyk eins ihrer letzten Weihnachtsfeste im Gefängnis verbringt, dürfen Konzerne wie Interfor weiter ungestraft Kanadas Urwälder zerstören", sagt in München-Dachau eine der "Raging Grannies", Shirley Langer, ehemalige Bürgermeisterin von Belleville in Kanada.

MD ist einer der größten Käufer von kanadischem Zellstoff weltweit. Ein erheblicher Anteil dieses Zellstoffes wird aus Interfor-Holz hergestellt. Greenpeace fordert MD und alle anderen Papierhersteller auf, ihre Ankündigungen wahr zu machen und sofort alle Einkäufe von Zellstoffproduzenten, die Holz von Interfor einsetzen, zu stoppen. "Deutsche Firmen wie MD ignorieren ihre Verantwortung, indem sie sich weigern, auf Interfor-Holz zu verzichten. Sie tragen die Mitverantwortung dafür, ob es in 20 Jahren noch Urwälder geben wird", sagt Michaela Braun, Greenpeace Waldexpertin.

Die "Raging Grannies" sind Ria Bos (65), Freda Knott (64), Shirley Langer (65) und Fran Thoburn (68). Die Damen machen dem Namen ihrer Organisation alle Ehre: Sie kämpfen gewaltfrei und leidenschaftlich für die letzten Urwälder in ihrer Heimat British Columbia an der Westküste Kanadas. Betty Krawczyk sitzt seit September 2000 im Gefängnis von Burnaby, BC, weil sie sich weigerte, die Blockade eines Holztransporters von Interfor zu beenden.

Die Urwälder British Columbias beheimaten einige der ältesten und größten Bäume der Erde und sind Rückzugsraum für selten gewordene Tiere wie Grizzlies, Schwarzbären, Adler, Orcas und Lachse. Holzkonzerne wie Interfor hinterlassen zu 92 Prozent kahl geschlagene Hänge in ihren Konzessionsgebieten und zerstören damit auch die Lebensgrundlage der dort lebenden Indianer.