Presseerklärung vom 7. Mai 2005

Protest gegen Gartenmöbel aus Urwald-Raubbau

Mitglieder der Greenpeace Gruppe München protestieren heute vor der Butlers-Filiale im Tal gegen Produkte aus Holz von dubioser Herkunft



München, 07.05.2005 - Aktivisten der Greenpeace-Gruppe München protestieren heute ab 12 Uhr vor der Filiale des Möbel-Anbieters Butlers im Tal 26 gegen den Verkauf von Gartenmöbeln aus Raubbau an den letzten Urwäldern der Erde. Sie informieren Kunden und Passanten darüber, dass die Möbel aus dem tropischen Holz Nyatoh hergestellt wurden. "Dieses Holz stammt nach Greenpeace-Recherchen mit ziemlicher Sicherheit aus Urwald-Raubbau," sagt Volker Oppermann, Urwaldexperte der Greenpeace-Gruppe München.

In dem südostasiatischen Inselstaat wurden bereits zwei Drittel der Urwälder vernichtet. Diese Zerstörung geht ungebremst weiter, unter anderem weil der indonesische Staatsapparat einer der korruptesten der Welt ist. Dadurch können Holzkonzerne ungehindert "Konzessionen" für Urwaldgebiete kaufen oder den Wald gleich illegal abholzen. Selbst offizielle Naturschutzgebiete werden so vernichtet. Das in indonesischen Sägemühlen verarbeitete Holz stammt zu etwa 90 Prozent aus Urwaldraubbau, 70 Prozent kommen von illegalen Abholzungen. Nach Greenpeace Recherchen stammt das Holz von zahlreichen Gartenmöbeln bei Butlers vermutlich aus derart dubiosen Quellen.

"Wer ausschließen will, Gartenmöbel aus Raubbau zu kaufen, dem bleibt nur: Hände weg von diesem zweifelhaften Angebot", sagt Volker Oppermann. "Wir fordern Butlers auf, das unzertifizierte Tropenholz aus dem Sortiment zu nehmen und durch Holz mit dem Ökoholz-Siegel des Forest Stewardship Council (FSC) zu ersetzen." Das FSC-Zertifikat ist das einzige weltweit anerkannte Siegel für Holzprodukte aus ökologisch nachhaltiger und sozial verträglicher Waldwirtschaft.

In den letzten Urwäldern der Erde leben rund 70 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten. Mit den Urwäldern werden unzählige Tier- und Pflanzenarten der indonesischen Inselwelt ausgerottet. So wird es schon in wenigen Jahren keine frei lebenden Orang-Utans mehr geben, wenn die Urwaldzerstörung nicht sofort aufhört. Die massenhafte Nachfrage nach Tropenholz - auch für Gartenmöbel - hat in den letzten Jahrzehnten wesentlich zur Vernichtung der Wälder beigetragen. Nur wenn sich der Handel mit Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft weltweit durchsetzt, kann die Artenvielfalt erhalten bleiben.

Weitere Informationen im Internet unter www.greenpeace-muenchen.de