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Presseerklärung vom 09.03.99

"Schwarze Liste der Butterfinger Vertreibungsorte" für München veröffentlicht

München, den 09.03.99. Die Greenpeace Gruppe München macht die "Schwarze Liste der Butterfinger Vertreibungsorte im Großraum München" öffentlich.

In Geschäften vornehmlich in München wurde über mehrere Wochen nach dem genmanipulierten Schokoriegel "Butterfinger" des Genfood-Konzerns Nestlé recherchiert. Geschäfte, die diesen Riegel in ihrem Sortiment hatten, wurden angeschrieben und über die Tatsache der gentechnischen Manipulation des Produktes aufgeklärt. Einige dieser Geschäfte haben den Butterfinger bereits ausgelistet und verkaufen höchstens noch ihre Restposten. Alle anderen Geschäfte wurden in die Schwarze Liste aufgenommen. Die Schwarze Liste kann bei uns bestellt werden, sie kann aber auch auf unseren Internet Seiten unter http://www.greenpeace-muenchen.de eingesehen werden.

Die Verbraucher im Großraum München können sich außerdem auch selbst gegen die Einführung der Gentechnik in unsere Nahrungsmittel wehren. Zum einen gibt es dazu eine vorgefertigte Protestpostkarte an die Geschäfte der Schwarzen Liste, zum anderen können uns Bürger auch Geschäfte nennen, bei denen sie den Butterfinger gefunden haben. So können sie dazu beitragen, daß die Schwarze Liste aktuell bleibt.

Hintergrund dieser Schwarzen Liste ist, daß Nestlé Anfang September das erste gentechnische Produkt auf den Markt gebracht hat. Es handelt sich um den Schokoriegel "Butterfinger", der in den USA produziert wird und gentechnisch veränderten Mais enthält.

"Wir interpretieren die Einführung des genmanipulierten Butterfingers als einen gezielten Versuch des Genfood-Konzerns Nestlé die Verbraucherablehnung in Deutschland zu brechen", sagt Klaus Müller, Gentechnik-Experte der Greenpeace Gruppe München. "Entgegen den Wünschen der überwiegenden Mehrheit der deutschen Verbraucher soll der Einsatz der Gentechnik im Lebensmittelsektor erzwungen werden."

Aus gesundheitlicher Sicht ist der gentechnisch veränderte Butterfinger möglicherweise kritisch zu sehen. Einige der genmanipulierten Maissorten, die in den USA angebaut werden und somit auch im Butterfinger enthalten sein können, enthalten ein Gen für Antibiotika-Resistenzen. Es besteht die Gefahr, daß diese Gene auf krankheitserregende Bakterien übergehen, die dann nicht mehr mit dem entsprechenden Antibiotikum bekämpft werden könnten.

Vor dieser Gefahr durch Antibiotika-Resistenzgene warnten kürzlich außer der Berliner Ärztekammer auch Verbraucher- und Ärzteverbände in Deutschland. Aus dem gleichen Grund bestehen in Norwegen, Österreich und Luxemburg Importverbote für den Gentech-Mais von Novartis und in Frankreich wurde der Anbau bis auf weiteres verboten.

"Pflanzen mit Antibiotika-Resistenzgenen gehören unserer Meinung nach weder auf den Acker noch in unsere Lebensmittel, denn Gesundheitsrisiken sind nicht auszuschließen", so Müller.

Der Schokoriegel Butterfinger ist zwar als "genetisch verändert" gekennzeichnet, diese Kennzeichnung erfolgt aber lediglich im Kleingedruckten in der Zutatenliste. Nach einer Erhebung eines niederländischen Marktforschungsunternehmens trägt der Hinweis in der Zutatenliste nicht zur Verbraucheraufklärung bei. 85 Prozent der Befragten in den Niederlanden hatten gekennzeichnete Gentech-Produkte zwar gekauft, es aber nicht bemerkt. Eine bewußte Kaufentscheidung gegen Gentechnik wird also schwierig. Greenpeace fordert deshalb: Überall wo Gentechnik drin ist, muß auch Gentechnik draufstehen und zwar deutlich.

Weitere Informationen zu unserer Schwarzen Liste finden Sie auf unseren Internet Seiten unter http://www.greenpeace-muenchen.de ; weitere Informationen zum Butterfinger gibt es beim Greenpeace Projekt genetiXproject unter http://www.genetiXproject.org; Informationen und Hintergründe zu Gentechnik in Lebensmitteln erhalten Sie bei Greenpeace Deutschland unter http://www.greenpeace.de/einkaufsnetz.