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Freisetzung genmanipulierter Kartoffeln im Landkreis Freising

Die Bayerische Landesanstalt für Bodenkultur und Pflanzenbau hat die Genehmigung einer Freisetzung von gentechnisch veränderten Kartoffeln beantragt. Das Freisetzungsvorhaben wurde in einer Bekanntmachung Ende Dezember 1998 öffentlich gemacht. Die Freisetzung (Kurzbeschreibung der zulassenden Behörde) soll im Landkreis Freising durchgeführt werden und von 1999 bis zum Jahr 2007 dauern. Bis zum 04.03.99 konnten Bürger gegen die beantragte Freisetzung Einwendung erheben. Die Greenpeace Gruppe München hatte dazu zusammen mit anderen Initiativen eine gemeinsam getragene Sammeleinwendung (Word Datei, ca. 23 kb) angefertigt, die von mehreren hundert Bürgern unterschrieben wurde.

Die Greenpeace Gruppe München hat zusätzlich am 2. März 1999 selbst Einwendung gegen die Freisetzung erhoben. Die Greenpeace Gruppe München fordert das Robert-Koch-Institut angesichts der neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse auf, die mit der Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen verbundenen Risiken ernst zu nehmen und die beantragte Freisetzung nicht zu genehmigen. Lesen Sie dazu auch unsere aktuelle Presseerklärung.

Der letzte Stand

Mitte April 1999 hat die deutsche Genehmigungsbehörde, das Robert-Koch-Institut, alle Einwände gegen die Freisetzung zurückgewiesen und den Freisetzungsversuch in vollem Umfang genehmigt. Das Institut hält damit weiterhin an seiner blinden Genehmigungsgewohnheit fest und ignoriert die zahlreichen Warnungen von Medizinern und Ökologen vor Risiken, die besonders antibiotika-resistente Pflanzen für Mensch und Umwelt mit sich bringen können.

Die LBP hat Anfang Mai 1999 mit dem Freisetzungsversuch begonnen und genmanipulierte Kartoffeln ausgepflanzt. Das Bayerischen Landwirtschaftsministeriums hat nach eigenen Angaben die LBP allerdings "angewiesen, in diesem Jahr die Freisetzung jener Kartoffellinien auszusetzen, die die Amikacin-vermittelnde Resistenz aufweisen".

Immerhin wurde damit, zumindest in diesem Jahr, einem Teil der Bedenken der Einwender Rechnung getragen. Aufgrund der anderen, auch im Einspruch der Greenpeace Gruppe München aufgeführten, mit dem Freisetzungsversuch verbundenen Risiken, fordern wir die LBP weiterhin auf, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und freiwillig auf die Weiterführung der Freisetzung zu verzichten.

Weitere Freisetzungen in Deutschland

Welche weiteren Freisetzung genmanipulierter Organismen noch in Deutschland durchgeführt werden oder auch beantragt sind können Sie beim Gen-ethischen Netzwerk erfahren.