1. Das Meer

1.1 Allgemeines

Dank einer glücklichen astronomischen Fügung haben wir das Privileg auf dem „blauen Planeten“ zu leben, dessen Oberfläche zu 70 Prozent von Wasser bedeckt ist. Doch den Weltmeeren verdanken wir nicht nur die hübsche Ansicht der Erde aus dem All, sondern auch ein für den Menschen bewohnbares Klima und gar die Entstehung unserer Art. Die enorme Bedeutung des Meeres für den Menschen ist offensichtlich – Küstenregionen sind bevorzugte Siedlungsgebiete, Orte der Erholung und mehr als eine Milliarde Menschen hängen direkt vom Meer als primärer Nahrungsquelle ab.

Ganz abgesehen davon befinden sich in den Weltmeeren einige der vielfältigsten und am wenigsten erforschten Ökosysteme der Welt. Bekanntermaßen ist die Mondoberfläche weit besser erforscht als die Tiefsee.

 Meeresschildkröte  Das kristallklares Wasser und die einzigartigen Korallenriffe machen das Samadai Reef zu einem beliebten Tauchresort.  Zwei Delfine im Aermelkanal springen ueber das Wasser. Delfine werden in grosser Zahl Opfer als Beifang von Pair-Trawlern, die im Aermelkanal fischen.
Meeresschildkröte vor Dauin/Philippinen
Samadai Reef im Roten Meer /Ägypten
Delfine im Ärmelkanal – sie werden in grosser Zahl Opfer als Beifang von Pair-Trawlern

Bei einer Art Bestandsaufnahme der Meere, dem „Census of Marine Life“- Projekt, wurde bis 2010 eine überwältigende Zahl neuer Spezies dokumentiert - die Schätzung allein der (wenigen) bekannten Meerestierarten wurde auf 250.000 erhöht. Eine verlässliche Schätzung der Gesamtmenge aller Arten gibt es jedoch immer noch nicht.
Leider wird das Meer bis heute eher als unerschöpfliches Reservoir der Ressourcenförderung und Möglichkeit der grenzenlosen Müllentsorgung gesehen. Plastikinseln und rücksichtslose Ölförderung ergänzen die Bedrohungen durch Klimawandel und Überfischung. Die Grenzen der Belastbarkeit unserer Ozeane sind damit mehr als erreicht, der Schaden möglicherweise irreparabel.

 Greenpeace-Aktivisten protestieren mit einem Banner am Trawler Jan Maria gegen Subventionen für Überfischung  
Greenpeace-Aktivisten protestieren gegen die Subventionen der Überfischung: Der europäische Trawler Jan Maria  ist 117 Meter lang und hat rund 5.000 Tonnen Ladekapazität.
Greenpeace Aktivisten sammeln Plastikmuell und Abfall aus der Bucht von Manila.

 Auf den folgenden Seiten bieten wir euch weitere Hintergrundinformationen zum Ökosystem Meer, zu unseren Aktionen und eine Antwort auf die Frage, welchen Beitrag ihr selbst zum Schutz der Meere leisten könnt.