"Im Falle der Freisetzungsversuche werden mit dem Experiment zur Untersuchung der Risiken die zu untersuchenden Risiken eingegangen."

Dr. Barbara Weber

Risikotechnologie Gentechnik

Welche Folgen die Freisetzung genmanipulierter Organismen für die Ökologie haben wird, kann niemand vorhersagen. Sicher ist nur: Eine Freisetzung ist irreversibel, d.h. einmal freigesetzt, sind gentechnisch veränderte Organismen nicht mehr aus der Umwelt zu entfernen. Umwelteffekte, die von gentechnisch veränderten, lebenden Organismen ausgehen, sind nicht begrenzbar. Allgemein unterscheidet man hier zwischen ökologischen Risiken und gesundheitlichen Risiken für die Verbraucher, die mit Hilfe von Gen-Pflanzen hergestellte Lebensmittel essen.

Greenpeace 05/2004 Recherche zu genmanipulierten Maisanbauflächen 05/2004 Recherche zu genmanipulierten Maisanbauflächen
08/2005 Greenpeace Städtetour gegen Gentechnik im Tierfutter 08/2005 Greenpeace Städtetour gegen Gentechnik im Tierfutter
08/2005 Greenpeace deckt Verbindung von Gen-Aeckern zu Milchprodukten auf. Weihenstephan/Landliebe 08/2005 Greenpeace deckt Verbindung von Gen-Aeckern zu Milchprodukten auf.










Einige der schlimmsten Befürchtungen haben sich bereits bestätigt:

Ökologische Schäden

  • Bei Gentech-Maissorten, die selbst Insektengifte produzieren um resistent gegen bestimmte Schadinsekten zu ein, kann das Gift auch andere Insekten schädigen. Nachgewiesen ist dies u.a. bei Florfliegen, Schmetterlingen, Bienen, Regenwürmern, Trauermückenlarven, verschiedenen Käferarten, Köcherfliegenlarven.

  • Der von diesen Gentech-Pflanzen erzeugte Giftstoff wird auch über die Wurzeln in den Boden abgegeben und überdauert dort längere Zeit, mit weitgehend unerforschten Auswirkungen auf die Zusammensetzung des Bodenlebens.

Wirtschaftliche Schäden im Agrar- und Lebensmittelsektor

  • Nicht für den menschlichen Verzehr freigegebener Gentech-Mais der Sorte StarLink gelangte in die Nahrungsmittelproduktion. Die betroffenen Produkte mussten zurückgerufen werden. Die damit verbundenen Kosten werden auf mehr als eine Milliarde US Dollar geschätzt.
  • Als Greenpeace im September 2006 illegalen Gen-Reis in deutschen Reisprodukten gefunden hatte, war das Ausmaß des Skandals noch nicht klar, doch innerhalb kurzer Zeit wurden Gen-Reis Verunreinigungen überall in der Welt gefunden. Dabei handelte es sich um Gen-Reis-Sorten aus China und der Firma Bayer aus den USA, die weltweit keine Zulassung hatten. Der illegale Gen-Reis breitet sich seit Jahren weiter unkontrolliert aus.

Gesundheitsschäden

  • In Fütterungsstudien an Mäusen, der im Auftrag der österreichischen Behörden durchgeführt wurde, hatten die Tiere, die mit Gen-Mais (Sorte MON810 gekreuzt mit NK603) gefüttert wurden, weniger Nachkommen als die Vergleichsgruppe.
  • In Fütterungsstudien an Ratten über nur 90 Tage hatten die Tiere, die mit Gen-Mais (Sorte MON863 des Gentech-Konzerns Monsanto) gefüttert wurden im Gegensatz zur Vergleichsgruppe, Störungen der Funktion der Entgiftungssysteme von Leber und Nieren. Außerdem gab es Hinweise auf Störungen des Hormonhaushaltes und eine geringere Gewichtszunahme
  • In Fütterungsstudien an Mäusen, die mit Gen-Soja (Sorte Roundup-Ready von Monsanto) gefüttert wurden, gab es gegenüber der Vergleichsgruppe signifikante Veränderungen in der Leberstruktur.

Forderungen

Gentechnik ist eine Risikotechnologie und hat deshalb in der Landwirtschaft und der Lebensmittelproduktion nichts zu suchen. Die Verbraucher sind nicht die Versuchskaninchen der Gentech-Konzerne. Im Einzelnen fordert Greenpeace:

  • Keine Freisetzungen gentechnisch veränderter Organismen!
  • Kein Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen und Tiere in der Lebensmittelerzeugung!
  • Konsequente Förderung des ökologischen Landbaus!
  • Wahlfreiheit für Verbraucher und Landwirte!
    • Umfassende Kennzeichnung von mit Gentechnik hergestellten Lebensmitteln, insbesondere von Fleisch-, Milch- und Eier-Produkten von Tieren, die mit Gen-Pflanzen gefüttert wurden!
    • Schutz der konventionellen, gentechnikfreien Landwirtschaft und des Öko-Landbaus vor genetischer Verschmutzung!
  • Keine Patente auf Lebewesen und deren Gene!

Ratgeber

Weitere Informationen

"Novartis kann die Risiken von genmanipulierten Pflanzen genauso wenig voraussagen wie alle anderen Gentechniker."

Prof. ETH Teuber