Presseerklärung vom 9. September 2010

„Merkel, bring mal den Müll weg“

Bundesweiter Protest der Greenpeace Jugend gegen die Atom-Pläne der Bundesregierung

„Merkel, bring mal den Müll weg“, unter diesem Motto stand die Aktion der Greenpeace Jugend, die am 9. Oktober 2010 bundesweit in etwa 30 Städten stattfand: In München fallen im Vorfeld der Menschenkette für den Atomausstieg über 70 Jugendliche auf dem belebten Marienplatz um abgestellte „Atommüllfässer“ wie tot um und bleiben für mehrere Minuten regungslos liegen. 5 Minuten vor 12 dann die Auflösung: Eine Sirene ertönt, Wecker klingeln, die Akteure erheben sich, und entrollte Banner klären die erstaunten Passanten auf, dass die Jungendlichen gegen die Pläne der Bundesregierung demonstrieren, die Laufzeiten deutscher Atomkraftwerke zu verlängern. 

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„Mit der Laufzeitverlängerung handelt die Regierung gegen den Willen und gegen das Wohl der Bevölkerung. Das ist nach meinen Vorstellungen nicht mehr demokratisch.“ meint Larissa Böhm, 17 Jahre, von der Greenpeace Jugend München. „Ich kämpfe für 100% Erneuerbare Energien in Deutschland!“ sagt Larissa. 

Wie das Bundesumweltministerium letzte Woche bekannt gab, hat sich der Länderausschuss für Atomenergie in einer Sondersitzung unter Ausschluss der Öffentlichkeit auf Änderungen der Regelungen bezüglich der Endlagersuche geeinigt. In diesem Ausschuss sitzen nur Vertreter der fünf schwarz-gelben Atom-Bundesländer, den Vorsitz hat Gerald Hennenhöfer, ehemaliger E.ON Manager. 

Bei dieser Sitzung wurden die Sicherheits- und Auswahlkriterien derart geändert, dass sie zum umstrittenen, geplanten Endlager Gorleben passen: So wurde beispielsweise ein „nachvollziehbar dokumentiertes Auswahlverfahren“ nach wissenschaftlichen Kriterien gestrichen. Ebenfalls sollen langlebige chemisch-toxische Gefahren ausgeklammert werden. 

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„Wir Jugendliche wollen in 30 Jahren nicht immer noch mit der Endlagerfrage und wachsenden Atommüllbergen zu kämpfen haben!“ sagt Stina, 15 Jahre, von der Greenpeace Jugend München. „Ich demonstriere, um zu zeigen, dass deshalb besonders wir junge Menschen keine Atomkraftwerke wollen!“ meint Stina weiter.